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Dass der oberste Boss der HypoVereinsbank über 58.000 Mitarbeiter ein Tiroler ist, wissen nur wenige.
In Götzens wurde Dieter Rampl 1947 geboren. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr lebte er in Schwaz. Nach dem frühen Tod seiner Mutter übersiedelte er nach München, wo Rampl auch zur Schule ging. Trotzdem behielt er bis heute seinen österreichischen Pass. Und lässt im Gespräch auch keinen Zweifel daran, dass er sich als Österreicher, vor allem aber als Tiroler fühlt.
„Tirol ist meine Heimat.“
Die meisten seiner Verwandten und viele Freunde leben im Unterland. Daher ist Rampl oft in Tirol zu Besuch. „Tirol ist für mich ein Hort der Erholung“, sagt der begeisterte Skifahrer und Bergsteiger, der beim Klettern die Schwierigkeitsstufe 4 problemlos meistert.
Arbeit am Bauernhof
Wenn er an seine Kindheit denkt, fällt ihm vor allem die Tiroler Natur ein. „Wir lebten in ganz einfachen Verhältnissen, führten ein
sorgenfreies Leben. Meine Kindheit hat viel Spaß gemacht.“ Rampl fügt hinzu, dass er in Tirol auch gelernt hat, hart zu arbeiten. „Ich musste am Feld und beim Schlachten am Bauernhof mithelfen und anpacken.“ Dort dürfte er auch jene Härte gelernt haben, die im Leben eines Topmanagers unumgänglich ist.
Rampl absolvierte eine Lehre als Bankkaufmann, trat 1968 in die Bayerische Vereinsbank ein. Heute ist er Konzernchef der achtgrößten Bank Europas und der zweitgrößten in Deutschland. Die HVB Group mit Sitz in München beschäftigt 58.000 Mitarbeiter, 11.000 davon in Österreich. Denn die HVB ist Mutter der Bank Austria Creditanstalt.
Nicht verbiegen lassen
„Man darf sich nicht verbiegen lassen“, lautet Rampls zentrale Botschaft für eine erfolgreiche Karriere. Mit Offenheit an Probleme rangehen, Mut zu Entscheidungen und Glück sind für den Unterinntaler weitere Erfolgsparameter. „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein“, ist ebenfalls entscheidend. Dies ist Rampl bisher offensichtlich außergewöhnlich gut gelungen.
Bei der Bayerischen Vereinsbank lernte er das Bankgeschäft von der Pieke auf kennen. Harte Arbeit und persönlicher Einsatz zeichnen Rampl aus.
Nach Zwischenstationen in der Schweiz und den Vereinigten Staaten wird er 1995 in den Vorstand der Bayerischen Vereinsbank berufen. Mit der erfolgreichen Sanierung des Firmenkundengeschäfts empfiehlt er sich nachdrücklich für die Position des Vorstandssprechers der europäischen HVB Group, in die er im Januar 2003 gewählt wird.
Hemdsärmelig
Der Mensch hinter dieser Karriere überrascht durch seine unkomplizierte und offene Art. Seine Mitarbeitern beschreiben Rampl als normalen,
bodenständigen Menschen. Hierarchien lässt er sein Team nie spüren. Rampl ziehe seine Linie durch. Laut werde er nie. Dass er ein Arbeitstier ist, bekommen seine Mitarbeiter dafür umso häufiger zu spüren. „Es kann durchaus sein, dass er nach 22 Uhr anruft, um noch ein paar Details zu diskutieren“, weiß Rampls Pressesprecher.
„Tirol hat einen guten Ruf“
Tirol ist für den Bankenboss positiv besetzt. „Viele Menschen, die ich weltweit treffe, reden gerne über Tirol und waren schon dort auf Urlaub. Tirol hat ein gutes Image. Es gilt als gastfreundlich und weltoffen.“ Auch als Veranstalterland habe Tirol ein hervorragendes internationales Renommee. „Eine Bewerbung Innsbrucks für die Olympischen Spiele halte ich für eine gute Idee, die ich jederzeit unterstützen würde.“
Lokal und global
Die mittelständische Wirtschaft Tirols sei international hingegen weniger bekannt. Daher rät Rampl den Klein- und Mittelbetrieben sich zu öffnen. „In einer globalisierten Welt sind internationale Kontakte und Know-how-Austausch entscheidende Erfolgsfaktoren.“ Gerade für die HVB Group treffe dies in besonderer Weise zu. „Wir bündeln in unserem europäischen Netzwerk die Kompetenzen, die wir im Wettbewerb benötigen. Gleichzeitig setzen wir aber in unserem Marktauftritt bei Privat- und Firmenkunden auf Präsenz und Entscheidungen vor Ort. So lassen sich internationale Offenheit und lokale Verbundenheit erfolgreich verknüpfen. Das wäre auch ein Erfolgsrezept für Tirol.“
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